essays

P H I L O S O P H I E

 

"Theater ist Kommunikation mit unserem Publikum!"

 

"Nichts ist so stark wie das Werkzeug des Theaters  - die Gegenwärtigkeit!

Es gibt keine Form auf der Welt, die uns so elektrisieren kann, wie die Musik: Sie löst durch ihre Impulse, Schwingungen und durch ihre Harmonik in Uns einen Rhytmus aus, der über den Schlag unseres Herzens hinausgeht.

 

Wir atmen mit ihr - wir schwingen mit ihr - wir singen mit ihr!"

"Der Sänger ist das erste Instrument der Oper. Seine Aufgabe ist es den Text und die Musik zu komponieren. Dabei muss er schneller denken, schneller handeln und schneller wissen, was er tut, bevor er es tut. Der Text und die Musik sind nur das Resultat seiner Vorbereitung."

"Die Probephase ist die Plattform der Vorbereitung. Es geht darum sich auszuprobieren und über seine Grenzen hinaus zu steigen. Die Reduktion der Affekte und Gesten ist ein Prozess, der sich durch das Bewusstsein der Aktionen mit der Zeit von selbst einstellt. Das Verharren in einer Geste ist dabei nicht nur das körperliche Training, sondern auch das mentale Training. Der Sänger kann die Musik so für einen Moment anhalten, um die Harmonien der Musik, die nichts anderes sind als die Tiefe seiner Gedanken, zu studieren."

"Regie zu führen heißt vorbereiten, um dann loslassen zu können.

Regie zu führen heißt ein Ensemble zusammenhalten zu können.

Regie zu führen heißt verstanden zu werden.

Regie zu führen heißt kommunizieren zu können.

Regie zu führen heißt einen Willen zu haben, etwas sagen zu müssen.

Regie zu führen heißt nicht nur Autorität, sondern auch Freude und Enthusiasmus auszustrahlen.

Regie zu führen heißt Menschen hin-zu führen. Regie zu führen heißt im Schatten des Schweinwerfers zu stehen und es zu lieben!" 

W I S S E N S C H A F T L I C H E   A R B E I T 

 

Formen der „Unterbrechung“ in Federico Fellinis E La Nave Va

von Mag. art. Lucija Brnic MA

Die Masterarbeit greift die Frage nach der filmästhetischen Wirkung von Federico

Fellinis Arbeiten auf und reflektiert die Formen der filmischen Unterbrechung

als ästhetisches Verfahren. Die Rezeption des Films E La Nave Va ist dabei

Untersuchungsgegenstand der theoretischen Auseinandersetzung. In diesem

Zusammenhang wird auch das epische Theater von Bertolt Brecht in den

Vergleich gestellt. So wird die Frage in den Raum geworfen, in wie weit die

Theorien des epischen Theaters auf das Medium Film überhaupt übertragbar

und diskutierbar sind bzw. inwieweit das Medium Film epische

Erzähltechniken für sich als Medium neu übersetzt, um dem aufgedrückten

Stempel des ausschließlich bloßen Realitätsanspruchs zu weichen. Über eine

detaillierte Filmanalyse und wesentliche Betrachtung der

Unterbrechungstechniken auf formaler, inhaltlicher und transmedialer

Ebene, soll sich diese Arbeit Fellinis Regie ein Stück weit nähern.

Berücksichtigt wird dabei insbesondere die ästhetische Verfahrensweise des

brechtschen Verfremdungsbegriffs, den Fellini mit neuen eigenen Techniken,

wie der Zeichnung seiner Figuren, der zeitgeschichtlichen Darstellung des

Mediums Film im Wandel der Zeit, bis hin zu Selbstreflexion des Mediums

im Spiegel benachbarter darstellender Kunstformen, wie der Oper oder dem

Theater, zeigt. Dabei steht die Faszination und Irritation von Fellinis

Bilderwelten als Motivationssprungbrett im Mittelpunkt. Gleichzeitig

erforscht die Arbeit Fellinis Kameraführung und den Bruch der filmischen

vierten Wand. Der Anspruch mit den Techniken der Unterbrechung den

distanzierten Blick zu wahren, dadurch aber auch dem Zuschauer in seinem

Schaffungsvermögen möglichst näher zu treten, greift fundamental das

Postulat der Autorenfilme bzw. des italienischen Neorealismus auf. Die

filmische Attraktion bei Fellini ist dabei in vielerlei Hinsicht der komplex

tiefdimensionalen Traumdeutung anzurechnen, die er ins Medium übersetzt.

Der Traum als tiefenpsychologische Analyse des Unbewussten ist von

Formen der Unterbrechungen gestapelt und evoziert Absurditäten bzw. verrückte

Ereignissen, die dem klaren Verständnis außen vor bleiben. Diese

Lücken bilden nicht nur die Bewegungsbasis der filmischen Bilder, sondern

sind Räume, die allein für den Zuschauer frei zugänglich sind, für ein

intensiveres Belehrung – und Unterhaltungserlebnis. 

© 2018 Lucija Brnic